Die SPD im Kreis Euskirchen begrüßt das Vorhaben, neue kommunale Kfz-Kennzeichen zu ermöglichen. Gleichzeitig stellt sie die Frage, warum diese Möglichkeit künftig nur Städten und Gemeinden ab 20.000 Einwohnern offenstehen soll.
Der Städte- und Gemeindebund Nordrhein-Westfalen sieht in der diskutierten Neuregelung eine Chance, lokale Identität sichtbarer zu machen und die Verbundenheit der Bürgerinnen und Bürger mit ihrem Wohnort zu stärken.
Die Kreis-SPD hält die vorgeschlagene Grenze von 20.000 Einwohnern jedoch für nicht überzeugend. Gerade im ländlichen Raum sind es häufig kleinere Städte und Gemeinden, in denen die Identifikation mit dem Heimatort besonders stark ausgeprägt ist.
„Wenn es darum geht, Heimatverbundenheit sichtbar zu machen – in Bad Münstereifel, Blankenheim, Dahlem, Hellenthal, Kall, Nettersheim, Schleiden und Weilerswist gibt es genauso Menschen, die mit ihrer Heimat verbunden sind und das ausdrücken wollen. Diese Heimatverbundenheit ist keine zweiter Klasse. Warum sollte diese Möglichkeit also erst ab 20.000 Einwohnern gelten“, sagt der Fraktionsvorsitzende, Thilo Waasem.
Fraktion und Partei betonen, dass Städte und Gemeinden aktuell vor großen Herausforderungen stehen und die Frage von neuen Kfz-Kennzeichen sicher nicht die drängendste sei. Gleichzeitig handelt es sicher hierbei um eine Maßnahme, die kostenneutral und ohne großen Aufwand umgesetzt werden könnte und dennoch eine positive Wirkung entfalten würde.
„Natürlich wissen wir, dass unsere Kommunen viele drängende Aufgaben bewältigen müssen. Aber gerade deshalb sollte man auch Maßnahmen unterstützen, die nichts kosten und dennoch ein Stück Heimatgefühl stärken können“, erklärt die Kreisvorsitzende Annegret Lewak.
Auch praktische Erfahrungen aus dem Kreis Euskirchen sprechen aus Sicht der SPD für mehr Offenheit in der Debatte. Als das frühere SLE-Kennzeichen wieder zugelassen wurde, habe sich gezeigt, dass solche Angebote von vielen Bürgerinnen und Bürgern angenommen werden.
„Die Wiedereinführung des SLE-Kennzeichens hat damals sogar zusätzliche Einnahmen für den Kreis generiert. Viele Menschen haben sich bewusst dafür entschieden, weil es ein Stück regionaler Identität darstellt“, so Waasem.
Die SPD-Kreistagsfraktion Euskirchen und die SPD im Kreis Euskirchen sprechen sich daher dafür aus, die Debatte über neue kommunale Kennzeichen breiter zu führen. Heimatgefühl lasse sich nicht an einer festen Einwohnerzahl festmachen.
„Gerade im ländlichen Raum lebt Identität stark von der Verbundenheit mit dem eigenen Ort. Diese Vielfalt sollte sich auch auf unseren Nummernschildern widerspiegeln“, so Lewak abschließend.