Wiedereinführung eines verbindlichen Grundschulgutachtens löst keine Probleme

06 Feb
2018

Der Vorsitzende der SPD im Kreis Euskirchen, Markus Ramers, hat sich gegen eine mögliche Wiedereinführung des verbindlichen Grundschulgutachtens beim Übergang zur weiterführenden Schule ausgesprochen.  „Damit werden die Eltern der Schulkinder wieder bevormundet. Natürlich ist eine Beratung durch Grundschullehrer bezüglich der geeigneten Schullaufbahn eines Kindes sehr wertvoll, die Entscheidung darf aber eben nicht ohne die Kinder und deren Eltern getroffen werden.“, so Markus Ramers.

Im zurückliegenden Schuljahr gab es im Kreis Euskirchen insgesamt 22.006 Schülerinnen und Schüler, die sich auf folgende Schulformen verteilten:  Grundschulen: 6.738, Förderschulen: 1.232, Hauptschulen: 1.336, Realschulen: 3.011, Gesamtschulen: 2.722, Gymnasien: 6.942,  Freie Waldorfschulen: 25

Ramers, der selbst Lehrer an einem Gymnasium im Kreis ist, gibt zu, dass es unter diesen Schülerinnen und Schülern womöglich einzelne gibt, die nicht an der für sie passenden Schulform unterrichtet werden. „Das kommt vor, dass Eltern die falsche Schule oder die falsche Schulform für ihr Kind auswählen. Es gibt aber auch keine Garantie dafür, dass sich die Grundschülerinnen und -schüler an der weiterführenden Schule so entwickeln, wie es die Grundschullehrer prognostizieren.“

Die schwarz-gelbe Landesregierung solle, statt Gutachten wieder einzuführen, besser dafür sorgen, dass mehr Grundschullehrerinnen und Grundschullehrer in Nordrhein-Westfalen eingestellt werden, erläutert Ramers weiter. Hier seien zum Beispiel die einheitliche Besoldung aller Lehrkräfte unabhängig von der Schulform und eine bessere Ausstattung in den Schulen Baustellen, die die Landespolitik anpacken müsse.

„Schwarz-Gelb redet doch sonst überall von „Entfesselung“, warum möchte sie dann den Schulkindern und ihren Eltern mit verbindlichen Gutachten wieder Fesseln anlegen?“ fragt sich der SPD-Kreisvorsitzende.  „Die Schulkinder sollen sich in ihrer Schullaufbahn entwickeln können und sollen mit ihren persönlichen Potenzialen Wege einschlagen dürfen, die niemand in der Grundschule hat vorhersagen können.“

SPD Kreis Euskirchen
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