Schüler fühlten Politikern auf den Zahn

28 Apr
2010

Fünf Landtagskandidaten stellten sich im St.-Nikolaus-Berufskolleg den Fragen CLAUDIA ROBERZ FÜSSENICH. Die nächste große Wahl steht bevor. Und das Berufskolleg St.-Nikolaus-Stift lud die Landtagskandidaten des hiesigen Wahlkreises zu einer schulinternen Podiumsdiskussion ein. Schon vor der Bundestagswahl hatten sich die Kandidaten den Fragen der Schüler gestellt. Und so saßen jetzt Klaus Voussem (CDU), Uwe Schmitz (SPD), Dr. Ingo Wolf (FDP), Angela Kalnins (Grüne) und Thomas Bell (Die Linke) auf dem Podium und harrten der Fragen der rund 200 versammelten Schüler. Wie die einzelnen Politiker beziehungsweise deren Partei denn mit den Rechten umgehen wollten, war Moderator André Alberts erste Frage an das Podium. Während Uwe Schmitz sich ganz klar für ein Verbot der NPD aussprach, sah Dr. Ingo Wolf darin keine Lösung. "Das schafft nur Märtyrer", war seine Meinung und plädierte statt dessen für eine bessere Aufklärung vor allem der jungen Menschen: "Wir müssen ihnen klar machen, dass das der falsche Weg ist." Angela Kalnins sprach sich für Aufklärung der Schüler in den Schulen aus und verwies im Übrigen auf deren Hausrecht: "Wenn auf dem Schulgelände, wie hier gerade angesprochen wurde, rechte Gruppierungen Flyer verteilen, dann kann man sie vom Gelände verweisen. Stehen sie vor dem Schulgelände, kann man die Polizei rufen." Alle Politiker waren sich aber parteiübergreifend einig, dass man vehement gegen rechte Gruppierungen vorgehen müsse und verwiesen auf ihre gemeinsame Aktion "Aufstehen gegen Rechts". Ihre unterschiedlichen Positionen machten die Politiker bei der Frage nach Unternehmen deutlich, die keine Azubis einstellen. Klaus Voussem und Uwe Schmitz waren sich einig, dass hier Ausgleichszahlungen wie etwa bei der Nichtbeschäftigung von Schwerbehinderten zu leisten seien. Ingo Wolf hingegen stellte die Ausbildungssituation als "noch nie so gut wie heute" dar. "Sie sind die Generation, die gefragt sein wird. Bei Ausgleichszahlungen muss man auch die Wirtschaftskrise in Betracht ziehen. Wer aus finanziellen Gründen nicht ausbilden kann, kann auch keine Strafe dafür zahlen." Haltestelle soll Thema im Ausschuss werden Thomas Bell dazu: "Es kann doch nicht die Lösung sein, dass einige Betriebe ausbilden und andere, die das nicht tun, von diesen fertig ausgebildeten Leuten profitieren und diese abwerben. Da ist es zynisch zu sagen, wartet mal ein paar Jahre ab, dann werdet ihr gefragt sein." Uwe Schmitz und Angela Kalnins waren sich einig: Die bisher getroffenen Maßnahmen, nämlich junge Menschen von einer Weiterbildung in die nächste zu stecken, bis sie vielleicht einmal einen Ausbildungsplatz erhielten, seien überhaupt nicht zielführend. SPD-Mann Schmitz versprach, das Thema Schnellbushaltestelle in Füssenich (siehe Kasten) im Kreisbauausschuss, der im Mai sattfinden wird, aufgreifen zu wollen. Eine Bedarfsanalyse, die auch schon sein CDU-Kollege Klaus Voussem angesprochen hatte, sei in diesem Zusammenhang aber unabdingbar.

SPD im Kreis Euskirchen
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